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Chronik des VfB Unterliederbach 1912 e.V.

Es war der 7. April 1912, als sich in der Gaststätte „Zur Krone“ in Unterliederbach sieben mutige Männer zusammensetzten und den Entschluss fassten, einen Fußballverein zu gründen.

 

Georg Christian, Ludwig Treiber, Josef Gottschalk, Adolf Leitzbach, Christopher Goger und
Philipp Buch
gründeten den „FC 1912 Unterliederbach“.


Schon 1913 wurde der Verein Mitglied des Süddeutschen Fußballverbandes und nahm an den Punktspielen teil.


Bedingt durch den Ersten Weltkrieg konnte es erst 1918 mit dem Ausbau des Vereins weitergehen.


1919 erfolgte dann der Eintrag in das Vereinsregister und bereits damals wurde eine Jugendabteilung gegründet. Der Verein verfügte über 7 Mannschaften und die Mitgliederzahl stieg rasch auf mehr als 250 Mitglieder.


Ebenfalls in diesem Jahr wurde auch ein Sportgelände gefunden und an der Sodener Chaussee eingeweiht.


Schon kurze Zeit später spielte der Verein in der Saison 1920/1921 in der damaligen höchsten Spielklasse „Kreisliga Rheinhessen“.


1934 erweiterte der Verein sein Sportangebot. Die Sportarten Handball, Leichtathletik und Faustball wurden als Abteilungen in den Verein integriert und der FC 1912 Unterliederbach wurde in „VfB Unterliederbach 1912 e.V.“ umbenannt.


In den folgenden Jahren blühte der Verein richtig auf. Die Jugendabteilung unter der Leitung von Ludwig Hoffart brachte eine große Anzahl an Talenten hervor, die es der 1. Mannschaft ermöglichten, in die zweithöchste Spielklasse aufzusteigen.


Bekannte Vereine wie Mainz 05, Opel Rüsselsheim, Hassia Bingen und Wormatia Worms waren zu Gast in Unterliederbach.

 

1937 wurde das erste große Jubiläum gefeiert und es gab zahlreiche kulturelle und sportliche Veranstaltungen. 1938 warf der 2. Weltkrieg seine Schatten voraus. Durch die beginnenden Kriegsvorbereitungen wurden Spieler, wie auch Funktionäre zum Arbeits- und Wehrdienst herangezogen, was schlussendlich zur Folge hatte, dass 1941 der Spielbetrieb in allen Abteilungen eingestellt werden musste. Dank der Initiative des Vorstandsmitglieds Seppel Holler, ging es mit dem Fußball in Unterliederbach kurz nach Kriegsende wieder los.

 

1952 feierte man das 40-jährige Bestehen und 1953 wurde der Grundstein zum Bau der Sport- und Kulturhalle gelegt. Die Begeisterung für dieses großen Objektes war am Anfang enorm. Aber bald drückten den Verein durch das Betreiben und Pflegen des Objektes enorme finanzielle Belastungen. Nach zehn harten Jahren konnte die Stadt Frankfurt überzeugt werden, das Gebäude samt Schuldenlast zu übernehmen und der Verein konnte sich wieder hauptsächlich den sportlichen Aufgaben widmen.

 

1953 übernahm der ehemalige FSV – Spieler Heinz Rückel als Spielertrainer die 1. Mannschaft und es begann ein hervorragender sportlicher Aufschwung. 1953/54 stieg die Mannschaft in die Bezirksliga, die damalige 4. Liga auf und konnte sich bis zur Saison 1957/58 in dieser Klasse halten.

 

1962 stand eigentlich das 50-jährige Jubiläum an, das allerdings verschoben werden musste, da der Sportplatz dem Autobahnausbau zum Opfer fiel und auf die heutige Fläche verlegt wurde.


1963 wurde das Jubiläum nachgeholt und mit zwei begeisternden Spielen gegen Mainz 05 und Eintracht Frankfurt gefeiert. Bei dem Spiel gegen die Eintracht Frankfurt fanden 3.000 Zuschauer den Weg auf den Sportplatz an der Autobahn.

 

Nachdem 1965 die Qualifikation für die, als neuer Unterbau der Hessenliga eingeführte Gruppenliga verfehlt wurde, legte man im Seniorenbereich nach dem Abstieg aus der 2. Amateurklasse, eine sportliche Talfahrt hin und stürzte sogar bis in die Kreisliga B ab.

 

In den darauffolgenden Jahren legte der Verein ein besonderes Augenmerk auf die Jugendabteilung. Die aufopferungsvolle Arbeit von Karl Scharting (Jugendleiter bis 1958) war sehr erfolgreich und es wurden zahlreiche Meisterschaften errungen. Unter Klaus Willbuck (Jugendleiter ab 1959) konnte die die A-Jugend sogar an den Spielen um die Hessenmeisterschaft teilnehmen.

Belohnt wurde die gute Jugendarbeit, als 1966 eine fast komplette A-Jugend in die erste Mannschaft übernommen wurde. Unter Trainer Alex Rothuber, ehemaliger Torwart der Eintracht Frankfurt, wurden Spieler wie Jürgen Kalb, Peter Hubert, Werner und Walter Neubauer, Horst Klose, Kurt Kühmichel, Ludwig Schrupp, Volker Stahl und Arthur Seippel in die 1. Mannschaft integriert. Zusammen mit den Routiniers, wie z.B. Manfred Wick, Karl-Heinz Diehl, Manfred Rang, Klaus Willbuck, Norbert Bischoff, Klaus Wittich begann eine sehr erfolgreiche Entwicklung im Seniorenbereich. In dieser Zeit, die im Nachhinein als „Rothuber-Ära“ bezeichnet wurde.

 

In der Saison 1968/69 wurde mit 101 geschossenen Toren die Bezirksmeisterschaft gewonnen und der Aufstieg in die damalige Gruppenliga (heutige Verbandsliga) perfekt gemacht.


In der folgenden Saison 1969/70 schnupperte die Mannschaft sogar am Aufstieg in die Hessenliga, scheiterte mit dem 4. Platz nur knapp am Aufstieg in die Hessenliga.

 

1972 war wieder ein Jubiläumsjahr. Zum 60-jährigen Bestehen des VfB Unterliederbach konnte der 1. Vorsitzende Klaus Willbuck zahlreiche Mitglieder und Ehrengäste in der Sport- und Kulturhalle begrüßen. Mit Stolz konnte er berichten, dass sich der VfB zwischenzeitlich in Frankfurt bis zur „Nummer Fünf“ hinter Eintracht Frankfurt, dem FSV Kickers Offenbach, Rot-Weiß Frankfurt und der SG Westend entwickelt hat. Dies war auch der Verdienst der hervorragenden und vorbildlichen Jugendarbeit in den vorangegangenen Jahren.


In der Jubiläumswoche traf die 1. Mannschaft auf namhafte Gegner wie Darmstadt 98 und natürlich kam auch die Eintracht Frankfurt zum Jubiläumsspiel an die Autobahn. Vor mehr als 3.000 Zuschauern fand ein begeisterndes Spiel statt und der VfB musste sich nur mit 1:3 geschlagen geben.


1973 konnte der VfB allerdings den Abstieg aus der Verbandsliga nicht verhindern.

 

1978 gelang unter Trainer Werner Hammelbacher wieder der Sprung in die Landesliga.


Bei der Meisterschaftsfeier verlieh der Hessische Fußballverband, neben der Meisterschaftsurkunde, den Vereinsmitgliedern Gerd Hubert und Helmut Dickmann die bronzene Verdienstnadel für ihre hervorragende ehrenamtliche Tätigkeit.

 

Nach dem Abstieg aus der Landesliga gelang es 1980 dem VfB den Bundesliga- und Amateurnationalspieler erfahrenen Jürgen Kalb als Spielertrainer zu verpflichten. Aber auch ihm gelang es nicht, den Abwärtstrend aufzuhalten und unsere Mannschaft musste 1982 den bitteren Weg in die Kreisliga A antreten.

 

Anfang der 80er Jahre wurden einige Veränderungen auf dem Sportgelände des VfB durchgeführt.


1980 und 1984 wurde, unter der fachmännischen Leitung des Vorstandsmitgliedes Leo Schuster, in Eigenregie eine Flutlichtanlage erstellt.


1984 wurde endlich der rote und staubige Hartplatz in einen Rasenplatz umgewandelt.


Zum Einweihungsspiel konnte der VfB wieder einmal die Eintracht Frankfurt, in dessen Reihen unser früherer Spieler Harald Krämer mitwirkte, begrüßen. Das Spiel wurde mit 0:6 verloren.

 

1985 erfuhren zwei sehr verdienstvolle Mitglieder des VfB eine große Ehrung.


Gerd Hubert und Klaus Willbuck wurden für ihre langjährigen, ehrenamtlichen Tätigkeiten mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen geehrt.

In der Saison 1987/88 gelang der Mannschaft der Aufstieg in die Bezirksliga und in der Saison 1989/90 konnte sogar der Aufstieg in die Landesliga Mitte gefeiert werden und die Mannschaft konnte sich in den darauffolgenden Jahren in der Spitzengruppe etablieren.

 

1990 führten die unermüdlichen Bemühungen des 1. Vorsitzenden Helmut Dickmann Früchte und an Ostern wurde das neue Funktionsgebäude mit einem Jugendraum eingeweiht. Endlich war die Zeit vorbei, in der sich die Spieler in der Sport- und Kulturhalle umziehen mussten. Der Verein hatte jetzt einen echten Mittelpunkt bekommen.

 

In diesem Jahr war auch der Beginn einer unwahrscheinlichen Siegesserie zu verzeichnen. Der alljährliche Offensiv-Cup zu Gunsten der Leberecht Stiftung wurde zu ersten Mal gewonnen und der VfB beherrschte die Veranstaltung in den 90ern nach Belieben. Insgesamt konnte der begehrte Cup schon 8-mal (letztmalig 2015) gewonnen werden.

 

1991 trugen die Mannschaften Trauerflor. Der VfB nahm Abschied vom letzten Gründungsmitglied des VfB Ludwig Treiber , der im Frühjahr im Alter von 95 Jahren verstarb.

 

1995 übernahm Rainer Dörr als Trainer die Verantwortung für 1. Mannschaft.


Niemand konnte zu diesem Zeitpunkt ahnen, welche Erfolge unter seiner Leitung in den nächsten Jahren auf den VfB zukommen sollten.
In der Saison 1995/96 scheiterte der VfB Unterliederbach noch knapp am Aufstieg zur Oberliga Hessen.

 

In der Saison 1996/97 war es aber dann soweit. Mit nur zwei Niederlagen gelang der Mannschaft der wohl größte Erfolg in der Nachkriegsgeschichte. Der Aufstieg ins hessische Oberhaus konnte gefeiert werden.


Die Meistermannschaft im Einzelnen:
M. Reisinger, E. Bayer, A. Russ, A. Grabitsch, Z. Vranesevic, H. Krämer, P. Auth, D. Ivsan, M. Caglar,
M. Gonzales, M.Pfeiler, M. Neef, B. Öztürk, R. Drastig, J. Kabuya, J. Hoffelner, A. Rank.


Großen Anteil am Erfolg der Mannschaft hatten auch die langjährigen sportlichen Leiter Volker Stahl und Heiner Wagner.

 

Doch der VfB war in der höchsten Amateurspielklasse wirtschaftlich an seine Grenzen geraten, mit einem mageren Zuschauerschnitt von nur ca. 300 zahlenden Besuchern, waren dem VfB finanziell die Hände gebunden und die Mannschaft kämpfte in den folgenden Spielzeiten immer gegen den Abstieg. In der Saison 1999/2000 kam es dann, auch wenn die Mannschaft bis zum letzten Spieltag gegen den Abstieg kämpfte, zum Abstieg aus der Hessenliga.

 

In der Zwischenzeit führte der Verein Gespräche mit der Stadt Frankfurt, um einen weiteren Sportplatz zu bauen. Auch hier führten die unermüdlichen Gespräche des damaligen 1. Vorsitzenden Helmut Dickmann schlussendlich zum Erfolg und 2004 wurde dem Verein ein Hartplatz als zweites Spielfeld für den Trainings- und Spielbetrieb übergeben.

 

Nach dem Abstieg aus der Hessenliga spielte der VfB immer eine gute Rolle in der Landesliga Hessen, Staffel Mitte (seit 2008: Verbandsliga Mitte).


In den Spielzeiten 2005/06 und 2009/10 war sogar eine Wiederaufstieg in die Hessenliga möglich.


Leider scheiterte man mit den Trainern Atze Rompel und Jürgen Menger als Tabellenzweite in den Aufstiegsrunden.


In der Saison 2013/14 konnte der VfB den Abstieg aus der Verbandsliga Mitte in den Entscheidungsspielen noch verhindern, aber nach der Saison 2014/15 musste man doch den Abstieg in die Gruppenliga Wiesbaden hinnehmen.

 

In der Folgezeit erzielte die Mannschaft gute Ergebnisse und etablierte sich in der Spitzengruppe der Gruppenliga Wiesbaden.

 

2018 wurden die jahrelangen Bemühungen des VfB hinsichtlich der Umgestaltung des Hartplatzes in einen Kunstrasenplatz belohnt. Von Juni bis Oktober 2018 wurde der Hartplatz umgebaut und seit dem 17. Oktober 2018 steht dem Verein der dringend benötigte Kunstrasenplatz zur Verfügung.


Die Einweihung wurde mit einem Spiel der VFB - Allstars gegen die Mannschaft des Frankfurter Stadtparlaments gebührend gefeiert.