Aufsteiger Unterliederbach will am Sonntag nachlegen

26.08.2026 zurück

Zwei Niederlagen zum Auftakt hätten bei manchem Aufsteiger vielleicht für Unruhe gesorgt. Nicht beim VfB Unterliederbach. „Ich halte viel von euch, sonst hätte ich euch nicht nach Unterliederbach geholt“, sagte der Sportliche Leiter Patrick Barnes zu seinen Spielern. Der 41-Jährige glaubte trotz der Pleiten gegen Steinbach II (0:3) und Obbornhofen (1:2) an das Potenzial seiner Mannschaft und wurde von den jüngsten Ergebnissen in der Verbandsliga Mitte gegen Heuchelheim (3:2) und Waldbrunn (6:3) bestätigt.
„Die Mannschaft ist definitiv in der Liga angekommen. Das zu sehen ist Balsam für die Seele“, freut sich der Kaderplaner. Am Sonntag kommt nun aber ein Gegner an die Hans-Böckler-Straße, der in der jüngeren Vergangenheit deutlich höher gespielt hat: der SC Waldgirmes, im vergangenen Jahrzehnt durchgehend Hessenligist. Auch Barnes kennt den Gegner noch aus seiner eigenen Oberliga-Zeit. „Das waren immer unangenehme Spiele, mit vielen guten, jungen Spielern“, erinnert sich der frühere Goalgetter an die Duelle mit dem SCW.
In dieser Saison hat Waldgirmes aus fünf Spielen nur vier Punkte geholt und liegt damit zwei Zähler hinter dem Aufsteiger. „Wir wissen, woher Waldgirmes kommt. Aber wir wollen uns auch nicht kleiner machen, als wir sind“, sagt Barnes. „Wir haben uns diese sechs Punkte verdient und wollen jetzt zeigen, dass wir in diese Liga gehören.“
Einer, der beim Ankommen in der neuen Spielklasse eine Hauptrolle spielt, ist Justin Matthews. Der 27 Jahre alte Angreifer hat in den ersten vier Partien viermal getroffen und drei weitere Tore vorbereitet. Bereits in der vergangenen Gruppenliga-Saison war er mit 32 Toren und 13 Vorlagen kaum zu bremsen. Auch in der Verbandsliga sieht Barnes seinen Positionsnachfolger längst nicht am Ende der Entwicklung. „Justin ist im besten Fußballeralter. Er hat jetzt die Erfahrung sowie gleichzeitig einen sehr starken Schuss und die Schnelligkeit.“ Barnes traut ihm deshalb auch in der Verbandsliga viel zu, möglicherweise könne es für den ehemaligen Höchster sogar noch eine Liga höher gehen.
Allerdings gilt beim VfB eine klare Prämisse. Laut Barnes soll auch der Toptorjäger in erster Linie „Teamplayer“ sein. „Das Kollektiv ist wichtiger als jeder Einzelne. Justin ist ein riesiger Eckpfeiler für uns, der Spiele alleine entscheiden kann. Aber er weiß auch, dass er seine Tore nur mit dieser Mannschaft schießen kann.“ Gegen Waldgirmes könnte der Gruppenliga-Meister den nächsten Beweis antreten, dass er dauerhaft in der höheren Liga bleiben und sogar ehemalige Hessenligisten überflügeln kann. Gut für Barnes und Co., dass nicht nur Matthews in bestechender Frühform ist. Mit Ogulcan Türkmen steht nach Rot-Sperre ein weiterer Leistungsträger wieder zur Verfügung. Verzichten muss der Gastgeber auf Marsel Tahiri (Kieferbruch) und Bernard Fosu Anin Junior (Muskelfaserriss). „Wir können gegen jeden Gegner gewinnen“, so Barnes, stellt aber auch klar: „Und auch gegen jeden verlieren, wenn wir nicht an die 100 Prozent rankommen.“

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