VfB Aktuell
10.07.2026 zurückDer VfB Unterliederbach blickt auf eine lange Fußball-Tradition zurück. 1912 gegründet, erlebte der Verein seine erfolgreichste Ära zwischen 1997 und 2000, als er in der Oberliga Hessen spielte. Nun sind die alten Höhen fast wieder erreicht: Der Klub ist zurück in der Verbandsliga Mitte.
Der VfB Unterliederbach ist in die Verbandsliga Mitte aufgestiegen – und das völlig verdient. Ein 5:0-Heimerfolg gegen die SG Nassau Diedenbergen hatte die Frankfurter Ende August erstmals auf den zweiten Tabellenplatz gehievt, von dem sie nicht mehr abrutschen sollten. Nicht einmal einen Monat später folgte der Sprung an die Spitze und damit an den neuen Stammplatz. Schlussendlich wurde der Traum von Liga sechs wahr, auch wenn die Konkurrenz es den Unterliederbachern nicht einfach machte.
Fabelhafte Saison: 105 Tore, 75 Punkte
Zweimal wurde der VfB noch vom Platz an der Sonne verdrängt, machte es sich jeweils am darauffolgenden Spieltag aber wieder ganz oben bequem. Jedenfalls so bequem, wie man es sich machen kann, wenn man einen kaum abzuschüttelnden Verfolger im Nacken hat: TuRa Niederhöchstadt lauerte monatelang auf Patzer des Spitzenreiters. „Niederhöchstadt hat eine überragende Saison gespielt“, erkennt Unterliederbachs Sportlicher Leiter Patrick Barnes an. „Wir haben nur dreimal verloren und sind trotzdem erst am letzten Spieltag aufgestiegen. In anderen Saisons wäre das früher gelungen.“
Was Barnes vorwegnimmt: Trotz einer fabelhaften Saison mit satten 105 Toren und 75 Punkten hatte der VfB beim großen Finale zittern müssen. In Erbenheim machte man am letzten Spieltag bei zwei Zählern Vorsprung auf TuRa zwar aus eigener Kraft alles klar, doch die Transfer-Suppe hatte der Verfolger seinem Konkurrenten bereits versalzen. „Die Planung für die neue Saison war schwierig. Viele Spieler wollten Verbandsliga spielen, doch bei uns war lange unklar, wo die Reise hingeht“, sagt der Sportliche Leiter. Trainer Celal Yesil wird konkret: „Wir haben zwei, drei, vier Spieler, mit denen wir in Kontakt standen, nicht bekommen, weil es noch nicht klar war, wie es bei uns weitergeht.“
Auch deshalb geht es in der kommenden Saison um mehr als das Minimalziel Klassenerhalt. Dieses setzen beide Verantwortlichen an die höchste Stelle, äußern aber einen Wunsch: „Wir wollen es so früh wie möglich schaffen, um qualitativ bessere Spieler an Land ziehen zu können“, sagt Yesil.
Gelingen soll das mit einigen Verstärkungen. Nach den Abgängen erfahrener Spieler wie Barkan Aksu, Philippe Kohl und Caner Yesil waren diese auch nötig. Auffällig ist das Alter der Neuverpflichtungen: „Keiner der Neuen ist älter als 22. Das ist unsere Philosophie, wir wollen den Spielern eine Bühne geben, um sich zu präsentieren“, sagt Barnes. „Im Großen und Ganzen hat sich der Kader aber nicht zu sehr verändert, vielmehr haben wir ihn ein wenig aufgestockt. Die Neuzugänge haben alle Qualität, müssen sich aber erstmal finden.“
Zu den Zugängen gehören Emre Danaci (SG Oberliederbach), Kotaro Kuroiwa (Germ. Okriftel), Kevin Faro (SV Wiesbaden), Simon Scheicher (SV Wiesbaden), Khalil Haouazine (RW Frankfurt U19), Muhammed Erbay (RW Walldorf U19), Jannis Lucht (FC Eddersheim II), Dimitrios Toufexis (TuS Hornau II), Bernard Fosu Anin Junior (SKG 23 Wiesbaden), Tamim Noory (TSG Bretzenheim) und Marsel Tahiri (vereinslos).
Amalqui wird Co-Trainer
Trainer Yesil setzt daher auch große Erwartungen in seine Führungsakteure. „Die gestandenen Spieler, die uns zum Titel geführt haben, müssen den nächsten Schritt gehen“, fordert Yesil. „Im Training sollen sie zu Vorbildern für die neuen Jungs werden. Das wird ein großer Faktor in unserer Saison sein.“ Ein neuer Co-Trainer soll helfen: Mohamed Amalqui, zuletzt bei Germania Okriftel auf der Trainerbank, kennt Barnes und Yesil bereits bestens. „Mohamed und ich kannten uns vorher schon ziemlich lange, haben uns in Eschborn und Okriftel auch getroffen“, verrät Yesil.
„Die Gruppenliga Wiesbaden ist stark. Der Aufstieg war keine einfache Geschichte“, stellt Barnes heraus. „Im Verein sind alle froh, dass wir es nach vielen Jahren, in denen immer ein wenig gefehlt hat, endlich geschafft haben.“ Beim VfB herrsche Zuversicht. Auch, weil sich aus der neu gewonnenen Außenseiterrolle ein Vorteil ergibt: „Es wird einen Tick einfacher. Nun sind wir der Underdog, und wenn wir verlieren, ist das nun mal so. Das macht etwas im Kopf und ist besser, als unter Druck zu stehen.“